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Hintergrundinformationen:
Demenz und Alzheimer |
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Alzheimer ist die Herausforderung der nächsten Jahre für Familien und ambulante Dienste, für Pflegeheime und für unsere Gesellschaft insgesamt. Die DRK Alzheimer Beratungsstelle in Reutlingen berät individuell und hält zahlreiche Unterstützungsangebote für Betroffene bereit. Hier finden Sie Hintergrundinformationen zu diesem Thema. |

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Demenz und Alzheimer
Frau M. ist an Alzheimer
erkrankt. Sie lebt mit ihrem 82 jährigen Ehemann zu-sammen. Seit 1 Jahr
steht die Diagnose fest. Die Veränderungen zeigten sich jedoch schon
seit etwa 5 Jahren. Damals ist dem Ehemann aufgefallen, dass seine Frau
immer vergesslicher wurde, dauernd alles Mögliche verlegt hat, das
Interesse an jahrzehntelangen Vorlieben verlor und häufig wechselnde
Stimmungen ihn fast zur Verzweiflung getrieben haben. Heute weiß
Frau M. nach 5 Minuten nicht mehr, was sie gegessen hat, sie findet
häufig die Toilette nicht mehr, steht am Waschbecken und weiß nicht
mehr, wie sie sich die Zähne putzen soll, versteht nicht mehr, was es
heißt, den Rock anzuziehen, ist nicht mehr in der Lage einen
Kartoffelsalat zu machen. Ihr Ehemann, bis vor 5 Jahren von seiner
Ehefrau liebevoll umsorgt, muss nun seine Frau versorgen, muss selbst
kochen, was er vorher noch nie getan hat, muss seine Frau waschen, auch
dann, wenn sie Hilfe ablehnt und behauptet, sie hätte doch gerade eben
erst gebadet. Er ist den ganzen Tag angebunden, muss nachts meist 2 Mal
aufstehen, ist häufig verzweifelt, wie es denn weitergehen kann und
soll - er ist psychisch und physisch am Ende! So wie Herrn und Frau
M. geht es vielen Familien, in denen ein Mitglied an Alzheimer erkrankt
ist und es werden alleine aufgrund der demografischen Entwicklung
leider immer mehr.
Demographische Entwicklung |
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(Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)
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Die
Zahl der Demenzkranken nimmt aufgrund der demografischen Entwicklung
laufend zu. Die Bevölkerung wird immer älter und damit steigt schon
allein altersabhängig die Zahl der Kranken. Derzeit leben in Baden
Württemberg zwischen 80.000 bis 110.000 Menschen mit einer
fortgeschrittenen Demenz. Im Landkreis Reutlingen sind es statistisch
gesehen ca. 2.500 Erkrankte und in 10 Jahren werden es ca. 3.300 sein. Nach
einer Untersuchung in Baden-Württemberg sind 5-7% aller über 65
jährigen betroffen. Bei den 65 bis 70 jährigen sind 2 % betroffen. In
der Altersgruppe zwischen 85 und 90 Jahren steigt der Anteil auf 21%
und bei den über 90jährigen sogar auf 33% an. Und dies einfach deshalb,
weil diese Krankheit stark altersabhängig ist und demzufolge auch mit
zunehmenden Alter häufiger auftritt. Untersuchungen haben auch
gezeigt, dass nach wie vor (etwa 80%) die meisten Alzheimerkranken
zuhause betreut und gepflegt werden, häufig ohne die Inanspruchnahme
fremder Hilfen und das über viele Jahre hinweg und rund um die Uhr. Die
große psychische und physische Dauerbelastung der
Angehörigen eines Demenzerkranktenist bereits häufigster
Grund für die Übersiedelung in ein Pflegeheim. In Pflegeheimen leiden
ca. 60-70% der Bewohner an einer Demenz. Trotz dieser Größenordnung
wird eine Alzheimererkrankung in den ersten Jahren von Angehörigen nach
wie vor tabuisiert, mit „Schweigen“ oder im Stillen ertragen. Offen
auszusprechen, dass der Ehemann oder die Mutter an Alzheimer leidet,
erfordert sehr viel Mut und braucht Verständnis im sozialen Umfeld.
Krankheitsbild
Zu den Symptomen von Demenz (lat: Ent-Geistigung) wie Nachlassen des
Gedächtnisses, des Denkens, Verstehens und der Sprachfähigkeiten kommen
im fortgeschrittenen Stadium zeitliche und örtliche
Orientierungsschwierigkeiten hinzu. Selbst vertraute Personen, wie der
Partner oder die Partnerin, die eigenen Kinder, werden nicht mehr
erkannt. In einem fortgeschrittenen Stadium benötigt der Erkrankte
zunehmend Unterstützung und Hilfe bei der Bewältigung des Alltags, bei
der Körperpflege, braucht häufig oder ständig Beaufsichtigung. Erhalten
bleibt die Gefühlswelt, insbesondere das Erfassen einer Atmosphäre.
Auch das Langzeitgedächtnis bleibt sehr viel länger erhalten als das
Kurzzeitgedächtnis. Eine Demenz ist eine Krankheit, hervorgerufen durch den Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten im Gehirn. Krankheiten, die in erster Linie zu einer Demenz führen, sind eine: ° Alzheimer Demenz ca. 60 % der Erkrankungen ° Vaskuläre Demenz ( auch Multi-Infarkt-Demenz) ca. 15% ° Mischformen aus Alzheimer – und vaskulärer Demenz bei weiteren 15% °
Weitere 10% der Demenzerkrankungen können durch Krankheiten
wie Parkinson, Alkoholabusus, Stoffwechselstörungen,
Tumoren verursacht werden. Diese Krankheiten sind behandel-
und therapierbar. |
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Selbst in vertrauter Umgebung brauchen Demenzpatienten Hilfe bei der Orientierung
| Diagnostik
Ob es sich um eine Alzheimer- oder Vasculäre Demenz handelt, sollte durch einen Facharzt der Psychiatrie/Neurologie abgeklärt werden. Wichtig ist auch, andere Erkrankungen wie z.B. eine Depression auszuschließen, die ähnliche Symptome wie das Anfangsstadium einer Demenz hervorrufen kann, aber oftmals behandlungsfähig ist.
Therapie
Derzeit ist die Alzheimer Krankheit nicht heilbar, mit Anti-Dementiva kann der Krankheitsverlauf jedoch verzögert werden.
Hilfestellungen
Von ganz besonderer Wichtigkeit ist während des gesamten Krankheitsverlaufes, im Durchschnitt ca. 10 Jahre , der Umgang mit den Demenzkranken. Die Krankheit zu verstehen und aus diesem Verstehen heraus geeignete Umgangsformen zu entwickeln und insbesondere auf eine dem Kranken bzw. der Krankheit entsprechende angenehme Atmosphäre zu schaffen ist die große Herausforderung und Chance zugleich für Familien und Institutionen. Um die Pflege und Betreuung auf längere Sicht bewältigen zu können, müssen Angehörige lernen, neben dem Kranken auch sich selbst ernst zu nehmen und nicht über ihre eigenen Grenzen und Kräfte hinaus zu pflegen. Wenn die eigenen Kräfte erschöpft sind, tritt meistens das ein, was insbesondere pflegende Angehörige durch ihre meist aufopfernde Betreuung und Pflege verhindern möchten – die Notwendigkeit der Umsiedelung in ein Altenpflegeheim. Gerade im Landkreis Reutlingen gibt es eine ganze Reihe von entlastenden Hilfen und begleitenden Angeboten für Angehörige speziell von Demenzkranken.
DRK Alzheimer Beratungsstelle
Zu diesen Angeboten gehören auch immer wieder die Veranstaltungen der DRK Alzheimer Beratungsstelle. Regelmäßig bietet diese Vorträge und Kurse für Pflegekräfte, pflegende Angehörige und Interessierte an. Außerdem entlastende Angebote wie ein Tanzkränzle, Freizeiten und Gesprächskreise. Weitere Informationen und Auskünfte erhalten Sie gerne bei der DRK Alzheimer Beratungsstelle, Doris Ditzel und Hanna Salzer, Telefon 0 71 21/34 53 97 31, per Email alzheimerberatung@drk-kv-rt.de oder hier im Internet.
Außerdem finden Sie weitere Informationen bei folgenden Institutionen:
- Deutsche Alzheimer Gesellschaft (www.deutsche-alzheimer.de) - Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg (www.alzheimer-bawue.de) - Alzheimer Hilfe (www.alois.de)
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